Die Veranstaltungen
Montag, 18. Dezember 2017 - 13:27 Uhr

Die Veranstaltungen

Die Rescue Challenge

Weltweit stehen Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter vor der anwachsenden Herausforderung einer technischen und patientengerechten Rettung von eingeklemmten Verkehrsunfallopfern. Dabei ist die Problematik überall dieselbe: Um die Zahl der Unfalltoten zu senken, werden immer ausgefeiltere Techniken und Materialien eingesetzt, um einen bestmöglichen Insassenschutz zu gewährleisten. Die Unfallstatistiken zeigen, dass diese Maßnahmen helfen, die Zahl der Toten zu senken. Doch kommt es zu einem schweren Unfall und sind auch noch eine oder mehrere Personen eingeklemmt, stehen die Einsatzkräfte vor der großen Herausforderung der patientengerechten Rettung.
Bei diesen Einsätzen treffen schließlich zwei Organisationsstrukturen auf engstem Raum zusammen, die bei der überwiegenden Anzahl ihrer sonstigen Einsätze autark arbeiten. Um aber bei einem Verkehrsunfall für den Patienten das bestmögliche Outcome zu erreichen, müssen Feuerwehr und Rettungsdienst auf einem räumlich stark begrenzten Areal Hand in Hand zusammenarbeiten. Hierbei ist nicht nur die reine Technik gefragt, sondern auch das Zusammenspiel der Helfer, die Taktik und das Timing in der Versorgung und Befreiung des Verunfallten.
Die technische Rettung muss effektiv, schnell und zielgerichtet sein und im Zusammenspiel mit der medizinischen Versorgung ineinander greifen.
In vielen Ländern der Erde gibt es nationale Organisationen, in denen sich Feuerwehrleute, Rettungsdienstpersonal und Ärzte zusammengeschlossen haben, um das Patientenoutcome nach Verkehrsunfällen zu verbessern und mittels eines weltweiten Mindeststandards die Feuerwehren zu schulen.
Ein Teil dieser Weiterbildung ist die Rescue Challenge. Bei diesen, auf nationaler und internationaler Ebene stattfindenden Veranstaltungen, treten die Teams nicht gegeneinander antreten, sondern lassen ihre Leistungen durch Ausbilder bewerten. Somit ist eine Rescue Challnge auch kein Wettkampf im herkömmlichen sinn, denn durch Beobachten der anderen Teams, Gespräche und Diskussionen mit anderen Teilnehmern und Nachbesprechungen wird neues Wissen erworben oder vorhandenes vertieft.
Bei der Rescue Challenge wird nicht das Rad neu erfunden oder die Weißheit mit Löffeln verteilt, es ist vielmehr eine Prüfung oder Überprüfung der eigenen Vorgehensweise und der bestehenden Fachkenntnis, wobei der erbrachten Leistung immer größter Respekt gezollt wird.

Die Szenarien

Zurzeit gibt es noch kleine Unterschiede zu deutschen Veranstaltungen, hier werden kurz die internationalen Aufgaben vorgestellt.

  • Rapid Szenario: In 10 Minuten gilt es eine Person mit einem fünf Personen Team zu versorgen und zu befreien, der Gesundheitszustand der verunfallten Person ist nicht stabil und wird nach ca. 5 Minuten kritisch.

  • Standard Szenario: In 20 Minuten muss eine Person medizinisch versorgt und befreit werden. Der Gesundheitszustand des Eingeklemmten bleibt stabil, wenn der innere Retter entsprechende Versorgungen und Überprüfungen durchführt. Das Team besteht aus 5 Mitgliedern.

  • Complex Szenario: In 30 Minuten müssen zwei Personen versorgt und befreit werden. Beide befinden sich in einem Fahrzeug und sind unterschiedlich schwer verletzt. Werden beide nicht oder unzureichend betreut, werden beide Verletzte kritische Gesundheitszustände erreichen, einer von beiden wird auf jeden Fall nach ca. 5 Minuten einen lebendsbedrohlichen Zustand erlangen. Der innere Retter kann nur durch eine genaue Anamnese und Bodycheck erkennen, welcher von beiden Opfern vital stärker bedroht ist. Bei diesem Szenario tritt das Team mit 6 Personen an.


Während aller drei Aufgaben bewerten erfahrene Ausbilder den Teamleiter, den inneren Retter und die technische Rettung. In den Fahrzeugen befinden sich als Verletztendarsteller lebende Personen, die auf den inneren Retter reagieren und dynamisch handeln. Die Unfallszenarien sind der Realität nachempfunden und die Fahrzeuge befinden sich in einer aufrechten oder seitlich gekippten Position. Requisiten vervollständigen das Szenario sodass der Leitspruch gilt: „Du hast was Du siehst“. Alle Geräte und Materialien werden gestellt und persönliche Zusatzausrüstung wird nur limitiert zugelassen.

Die Teilnahme

An den nationalen wie auch internationalen Veranstaltungen kann jeder teilnehmen. Vorraussetzung für die Teilnahme:

  • Mitgliedschaft in einer an der Verkehrsunfallrettung beteiligten Organisation (Feuerwehr, THW, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen, usw.)
  • Ein Team mit 6 Personen
  • Kenntnisse und Einhaltung der gültigen UVV`en
  • Theoretische und praktische Kenntnisse im Umgang mit hydraulischem Rettungsgerät
  • Kenntnisse in der Befreiung Eingeklemmter bei Verkehrsunfällen
  • Mindestens eine Person sollte in der medizinischen Versorgung von Traumapatienten geschult sein (Feuerwehrsanitäter, Sanitäter, Rettungsassistent, o.ä.)
  • Einhaltung der Veranstaltungsregeln (z.B. nicht mogeln, 0,0‰ Grenze, usw.)


Die Veranstaltungen haben eine maximale Teilnehmerzahl, sodass eine Teilnahme nicht garantiert werden kann. Bei Überbelegung werden die nationalen Verbände angerufen, bzw. der Herkunftsstaat berücksichtigt, denn auf internationaler Ebene startet von jedem anmeldenden Staat mindestens eine Mannschaft.